Das Hotel Prinz Heinrich


steht auf dem geschichtsträchtigen Boden des ehemaligen „Griesheimer Sandes“. Als Artillerie-Schießplatz war er
1874 entstanden. Einheiten aus ganz Deutschland übten hier.
Zum Kaisermanöver 1877 erschien Kaiser Wilhelm I., Kronprinz Friedrich-Wilhelm, Großherzog Ludwig IV., Generalmarschall Graf von Moltke. Es übten Einheiten aus dem 11. Armeekorps in Kassel, dem 13. Armeekorps
Stuttgart und aus der 25. Division in Darmstadt: Kavallerie, Dragoner, Husaren und Ulanen.

Ein zweites Kaisermanöver hielt man 1897 ab. Daran waren 143 Bataillone, 115 Eskadrons, 111 Feldbatterien, 21 technische Kompanien und 3 Luftschifferabteilungen beteiligt.
Ab 1900 wurde der „Griesheimer Sand“ zur Geburtsstätte der Fliegerei. Flugpioniere, in erster Linie August Euler, bauten und erprobten ihre Maschinen auf dem „Griesheimer“.
Der Kaiserbruder Prinz Heinrich arbeitete begeistert an der Sache und förderte sie. Er erwarb in Griesheim seinen Flugschein.

Immer mehr verwandelte sich der „Griesheimer Sand“ in einen Flugplatz, der sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg militärisch genutzt wurde. Auf dem Rückflug von der Westfront landete 1918 die „Rote Staffel“ des
Manfred v. Richthofen hier.

Von Dezember 1918 bis Juni 1930 hielten französische Truppen diesen Bereich und Griesheim als vordersten Punkt
des Brückenkopfes Mainz besetzt.

Die noch heute bestehende, einheimische Firma Gebrüder Müller betrieb in den zwanziger Jahren selbst Flugzeugbau. Mit dem in Griesheim unternommenen Forschungen im Segelflug ist der Name Hanna Reitsch eng verbunden.

Nicht unerwähnt sollten die mehrmaligen Landungen von Zeppelin-Luftschiffen in Griesheim bleiben.

K. Knapp